ELSBETH GYGER

 

ist eine Künstlerin, die sich mit der japanischen Ästhetik, insbesondere der Einfachheit der Dinge und der Leere auseinandersetzt. Sie lebt und arbeitet seit 2001 in Basel

 

Ausbildungen zur Schriftenmalerin, Bühnenbildnerin und Pädagogin

Schule für Gestaltung, Bern

Studium bei Christoph Koller, Bern

Freie Malschule (Beppe Assenza)

Weiterbildende Kurse an der sfgb Bern und SfG Basel

Studium der japanischen Ästhetik u. a. Sprache, Literatur (E.Klopfenstein)

Reisen u. a. Italien / Japan.

Mitglied der Schweizerischen Gesellschaft Bildender Künstlerin (SGBK) www.sgbk.ch

 

Ausstellungen(eine Auswahl)

«Nicht ganz 100» – Kunstmarkt im DOCK Basel (G)

Vielfaeltig - Produzentengalerie: „Kabinett der Visionäre“, Chur

2017Atelieraufenthalt Fondazione Casa Atelier, Bedigliora  

Zwischen – Grenzen, La Nef, le Noirmont (G)

Frauenstimmrecht Kunstprojekt Rathaus Basel (G) und Dorfkirche Kleinhüningen

Spleen, Maison 44, Basel (G)

ArtWORKS, Liestal (G)

Kulturzentrum Kesselhaus, Weil am Rhein, D (E)

Satelit 15, Kulturnacht Liestal (G)

viertelMOND, Kronengalerie, Zürich (E)

Trialog, Birsfelder Museum (G)

Ausstellung und work in progress, Raum für Soziokultur, Bern (E)

Mondschaukel, Buchvernissage, Thun

 

Nächste Ausstellungen

die fensterkuration10.09. – 11.11.2019

unterer Heuberg 22, Basel

offenes Atelier SGBK23./24. November 2019 14-18h

Mülhauserstrasse 118, 4056 Basel

Das Japanische hat ein eigenes Wort für das weisse Licht an einem Schneetag: Yuki-Akari. Ähnlich erscheint das Schneeweiss auf einem Blatt Papier, nie ist es flach und leer, das Weiss ist dicht wie eine Schneedecke, es ist vollgesogen mit Licht. Weiss symbolisiert Reinheit, Einfachheit und Schönheit zugleich, impliziert aber auch Vergänglichkeit. Mit Schwarz, das ebenso wie Weiss in ganz 

unterschiedlichen Tonwerten auftreten kann, tritt es in einen spannungsvollen Dialog. Weiss und Schwarz bilden in der japanischen Philosophie einen existenziellen Kontrast, der das ganze Leben in sich fasst, Tag und Nacht, 

Leben und Tod.

 

"WEISS fast immer mit schwarz" – Die Formen meiner Arbeiten leiten sich meistens von Gegenständen aus der Natur ab: Samen, Nussschalen, Steine und Blüten auf einen weissen Untergrund gelegt, es wird sofort ein Schattenspiel sichtbar, das von einem weichen Grau bis hin zu einem markanten Schwarz ein vergängliches Lichtspiel zeichnet. Auch ein Vogelflug, eine Welle oder das Mondlichtsind Formen, die für einen Moment sichtbar werden, sich bilden und wieder auflösen.

 

Mit dem Anspruch, genau zu beobachten, lasse ich die Formen im Licht erscheinen. Sie zeigen sich mit ihrem Eigenschatten, stellen einen Raum zwischen sich und den anderen Dingen her und in diesem Zwischenraum entsteht wieder eine neue Form und eine neue Spannung. Es ist ein Wahrnehmen in der Fläche und der Gleichzeitigkeit. In diesem flächigen Schauen sind die Formen und Zwischenräume stark präsent, zugleich lassen sie mich in Ruhe. Sie wollen nichts von mir, sie bedrängen mich nicht, ich muss sozusagen zu ihnen hingehen.

 

Yûgen – stille Tiefe und erfüllte Leere, ist das Gesetz der Leere, das auch als Ausdruck von Stille begriffen und eng mit dem japanischen Zen-Buddhismus verbunden. Dabei wird die Leere immer als ein vieldeutig zu lesender, erfüllter Raum verstanden, der Zeit und Ruhe verspricht. 

 

"Wabi-Sabi, bezeichnet die Schönheit unvollkommener, vergänglicher und 

unvollständiger Dinge. Es bezeichnet die Schönheit anspruchsloser und schlichter Dinge. Es bezeichnet die Schönheit unkonventioneller Dinge" (aus Wabi-sabi für Künstler, Architekten und Designer, Leonard Koren).

 

Ästhetik bedeutet die Lehre von der Wahrnehmung, vom sinnlichen anschauen.Ästhetik ist demnach alles, was unsere Sinne bewegt, wenn wir es betrachten. Schönes, Hässliches, Angenehmes und Unangenehmes.

 

Mai 2019, Elsbeth Gyger